Rahmenkonzeption für Schulsozialarbeit an Schulen in Trägerschaft der Stadt Heidenheim

Betreff
Rahmenkonzeption für Schulsozialarbeit an Schulen in Trägerschaft der Stadt Heidenheim
Vorlage
KuSSS 016 / 2021
Art
Drucksache KuSSS

1.         Der Kultur-, Sozial-, Schul- und Sportausschuss nimmt die Rahmenkonzeption für Schulsozialarbeit an Schulen in Trägerschaft der Stadt Heidenheim zur Kenntnis.

 

2.         Das Gremium beauftragt die Verwaltung damit, die dargestellten Stellenveränderungen in den Stellenplan 2022 im Rahmen der Aufstellung des Haushaltsplans 2022 aufzunehmen.

 

3.         Die tatsächliche Besetzung der dargestellten neuen zusätzlichen Stellen bzw. Stellenanteile wird von der Förderung durch den Landkreis und das Land abhängig gemacht.

 

 


Finanzielle Auswirkungen:

 

Jahr

Produktsachkonto

Verfügbare

Mittel (EUR)

Bedarf (EUR)

Erläuterung

Einmalig

Laufend

2022

36.20.0200

 

30.000

 

Büroausstattung für die neuen Schulsozialarbeiterstellen an der Silcherschule, der Grundschule Reutenen und der Christophorusschule

2022

36.20.0200

 

35.000

 

Personalkosten zusätzliche Stellenanteile (1,6 Stellen) im Zeitraum September – Dezember 2022

2022

36.20.0200

 

10.600

 

Landkreiszuschuss für Zeitraum September – Dezember 2022 für zusätzliche Stellenanteile (1,6 Stellen)

2022

36.20.0200

 

8.900

 

Landeszuschuss für Zeitraum September – Dezember 2022 für zusätzliche Stellenanteile (1,6 Stellen)

ab 2023

36.20.0200

 

 

104.000

Personalkosten zusätzliche Stellenanteile (1,6 Stellen)

ab 2023

36.20.0200

 

 

32.000

Landkreiszuschuss für zusätzliche Stellenanteile (1,6 Stellen)

ab 2023

36.20.0200

 

 

26.700

Landeszuschuss für zusätzliche Stellenanteile (1,6 Stellen)

 

 

Schulsozialarbeit ist ein freiwilliges, lebens- und schulweltbezogenes niederschwelliges, sozialpädagogisches Angebot an öffentlichen Schulen. Sie fördert junge Menschen in ihrer individuellen, sozialen und schulischen Entwicklung und trägt dazu bei, Bildungsbenachteiligungen zu vermeiden und abzubauen. Rechtlich gesehen ist Schulsozialarbeit ein Angebot nach § 13 Sozialgesetzbuch, 8. Buch, und damit eine Leistung der Jugendhilfe. Aufgrund der direkten Anbindung an die Schulen und aus der Entstehungsgeschichte heraus ist Schulsozialarbeit dennoch landesweit meist in Trägerschaft der Städte und Gemeinden.

 

Während Schulsozialarbeit vor 20 Jahren noch ein negatives Zeichen für Probleme an der Schule war, wird sie heute als Qualitätsmerkmal für eine gute Schulkultur geschätzt. Landesweit genießt sie deshalb ein hohes Ansehen bei Eltern, Schülern, der Jugendhilfe und den Schulträgern.  Auch das Land hat den Bedarf 2012 neu erkannt und sich dazu entschlossen, in die Finanzierung der Schulsozialarbeit einzusteigen. Seither beteiligt sich das Land mit 16.700 Euro/Vollzeitstelle/Jahr. Der Landkreis fördert die Schulsozialarbeit derzeit mit 20.000 Euro/Vollzeitstelle/Jahr. Die übrigen Personalaufwendungen tragen die Kommunen als Träger der Schulsozialarbeit.

 

Aufgrund eines Kreistagsbeschlusses war der Verein für Jugendhilfe im Landkreis Heidenheim e. V. bis Ende 2017 Träger der Schulsozialarbeit. Seit dem 01.01.2018 beschäftigt die Stadt Heidenheim als Schulträgerin die Schulsozialarbeiterinnen bei sich selbst. Grund hierfür war die Auflösung des Vereins für Jugendhilfe.

 

Seit das Land Baden-Württemberg 2012 in die Finanzierung der Schulsozialarbeit eingestiegen ist, hat die Stadt Heidenheim kontinuierlich die Schulsozialarbeit ausgebaut und an allen Schularten verankert. Ziel war, zusätzlich zu den bestehenden Stellen an den damaligen Hauptschulen und am Werkgymnasium die Grundschulen, Realschulen und Gymnasien jeweils mit einer Teilzeitstelle (Stellenumfang 50 %) zu versorgen. Dieses Ziel wurde 2018 erreicht.

 

Als Träger der Schulsozialarbeit an den öffentlichen Schulen in Heidenheim sieht die Stadtverwaltung ihre Aufgabe in der fachlichen Anleitung und Unterstützung der Schulsozialarbeiter/innen, aber auch in der Qualitätssicherung. Daher hat das Jugendreferat erstmals ein Rahmenkonzept entwickelt, welches die einheitlichen Arbeitsprinzipien und die pädagogischen Säulen sowie die Kernaufgaben der Schulsozialarbeit darstellt. Außerdem wird in der Konzeption jede Schule anhand einiger Merkmale wie Schülerzahl, Schwerpunkte in der Einzelfallhilfe, Präventionsangebote etc. dargestellt. Auch werden individuelle Bedarfsindikatoren für Schulsozialarbeit beschrieben und daraus abgeleitet festgestellt, ob der aktuelle Stellenumfang noch den Erfordernissen entspricht.

 

Im Ergebnis soll an der Silcherschule, der Grundschule Reutenen und an der Christophorusschule künftig Schulsozialarbeit implementiert werden. An allen drei Schulen gibt es bisher dieses Angebot nicht. An der Bergschule und an der Eugen-Gaus-Realschule soll der Stellenumfang erhöht werden. Beide Schulen haben vergleichsweise hohe Schülerzahlen sowie weitere individuelle Bedarfe, die zu diesem Ergebnis führen. Grundsätzlich wird beabsichtigt, dass jede Schule eine Schulsozialarbeiterstelle mit einem Stellenumfang von mind. 50 % erhält. Aufgrund weiterer Kriterien und Indikatoren kann eine Erhöhung bis auf einen Stellenumfang von 90 % erfolgen. Ausgenommen hiervon sind die beiden Grundschulen in Großkuchen und Oggenhausen (geringe Schülerzahl und abweichende Schülerstruktur), so dass dort keine Schulsozialarbeit implementiert werden soll. In der Silcherschule und der Grundschule Reutenen ist der Bedarf an Schulsozialarbeit im Vergleich zu den größeren innerstädtischen Schulen geringer, sodass für beide Schulen zusammen eine 50 %-Stelle vorgesehen ist.


In der Summe erhöht sich der Stellenschlüssel der Heidenheimer Schulen im Rahmen dieses Konzeptes von bisher 9,3 auf 10,6 10,9 Stellen. Allerdings hängt die Umsetzung dieser Erhöhung von der Förderung durch den Landkreis Heidenheim und das Land Baden-Württemberg ab. Die Förderanträge werden durch die Stadtverwaltung fristgerecht bis Ende Juni gestellt, sodass im Falle einer Förderzusage die Veränderungen frühestens ab September 2022 umgesetzt werden können.

Unterschrift_BMin_2                                                                                                              Geändert am 10.05.2021 Silja Kirchner

 

 

 

Simone Maiwald

Bürgermeisterin