Schlossbergaufstieg: Seilbahn Innenstadt-Schlossberg-Reutenen

Betreff
Schlossbergaufstieg: Seilbahn Innenstadt-Schlossberg-Reutenen
- Machbarkeitsstudie/Bürgerbeteiligung
Vorlage
GR 091 / 2021
Art
Drucksache GR

1.       Das Gremium stimmt dem zu untersuchenden Themenkatalog zu.

 

2.       Die Verwaltung wird beauftragt, Angebote für die Machbarkeitsstudie und Bürger-beteiligung einzuholen.

 

 

 

Machbarkeitsstudie

 

Dem Gemeinderat der Stadt Heidenheim wurde in der Gemeinderatssitzung am 20.04.2021 die Voruntersuchung zu einem Schlossbergaufstieg vorgestellt.

 

Die Voruntersuchung hatte zum Inhalt: eine Potenzialanalyse mit den zu erwartenden Nutzer

zahlen, die Streckenführungen mit Ermittlung der Seilbahntechnik inklusive der Systemdaten und eine Abschätzung der Investitionskosten, Betriebskosten und Einnahmen. Das Ergebnis der

Voruntersuchung hat gezeigt, dass eine Seilbahn zwischen der Zentralen Omnibushaltestelle (ZOH, Innenstadt) über den Schlossberg und dem Wohngebiet „Reutenen“ ein ausreichendes Fahrgastpotential hat und sich auch von der Kostenseite in einem darstellbaren Rahmen befindet.

 

Die Seilbahn soll den bestehenden ÖPNV unterstützen, ergänzen und ihn komfortabler, umwelt-und klimafreundlicher machen. Außerdem soll sie zur verkehrlichen Entlastung des Schlossberges beitragen, insbesondere bei Großveranstaltungen (Fußballspiele, Aufführungen der Opernfest-spiele des Naturtheaters, Veranstaltungen im Congress Centrum).

 

Die Voruntersuchung hat nur erste Hinweise auf die Machbarkeit gegeben. Deshalb hat der

Gemeinderat der Stadt Heidenheim die Verwaltung beauftragt, die Inhalte einer Machbarkeitsstudie zu erarbeiten. Neben der Überprüfung und Konkretisierung der Ergebnisse aus der

Voruntersuchung, sind noch andere Themen zu untersuchen. In dem folgenden Katalog sind die Themen zusammengestellt:

 

1.       Grundlagenermittlung (Berücksichtigung der Grundlagen aus der Voruntersuchung)

 

2.        Optimierung und Entwicklung verschiedener Trassenvarianten und Stationsstandorte

 

3.       Überprüfung und Überarbeitung Fahrgastpotential inkl. Berücksichtigung von Events; Kapazitätsauslegung Seilbahn

 

4.       Prüfung der gewählten Seilbahntechnik und Auswahl Seilbahntechnologie

 

5.       Berechnung der Systemdaten für die unterschiedlichen Trassenvarianten (z.B. Fahrbetriebsmittel, Stützenanzahl, Stationen usw.)

 

6.       Analyse Grundinanspruchnahme (Unterscheidung öffentlich/privat) Stichwort Überfliegen von Grundstücken

 

7.       Bewertung der Trassenvarianten inkl. Bestimmung einer Vorzugsvariante

 

8.       Beschreibung und Prüfung alternativer Verkehrsmittel mit qualitativem Vergleich zur Seilbahn

 

9.       Seilbahnrechtliche Rahmenbedingungen (Gesetze, Normen, Genehmigung, Förderungen, etc.)

 

10.   Konfliktpotentiale und Hemmnisse bei urbanen Seilbahnen (Anrainerschutz, Umweltschutz, Ortsbildschutz, Denkmalschutz, Auswirkung von Wind, Blitzschlag, Brandschutz, Verschattung, Vandalismus, etc.)

 

11.   Statische Seillinienberechnung inkl. Definition von Stützenstandorten, Stützenhöhen und Plattformniveaus der Stationen für die Vorzugsvariante

 

12.   Erstellung Lageplan und Längenschnitt (mit ungefähren Stützenstandorten, Stützenhöhen und Plattformniveaus) für die Vorzugsvariante

13.   Berechnung der Investitions- und Betriebskosten für die Vorzugsvariante

 

14.   Lebenszykluskostenanalyse für die Abschreibungsdauer der Seilbahn (inkl. notwendige Revisionen und Überholungen)

 

15.   Realisierungsfahrplan mit ersten Meilensteinen (Planung, Genehmigung, Bau und Abnahme)

 

16.   Integration in den Bestands-ÖPNV und Anpassung der Mobilitätsarten untereinander (Stoßrichtungen zur Umplanung des ÖPNV-Netzes)

 

17.   Bewertung des volkswirtschaftlichen Nutzens  Allgemeine Aussagen zu ökologischem Mehrwert, Schadstoff- und Lärmbelastungen, Unfallgeschehen; Fahrzeitenvergleich mit Bus

 

18.    Städtebauliche Konzeption (architektonische Entwürfe und Visualisierung) Skizzenhaft

 

19.   Wirtschaftlichkeitsmodelle und -berechnungen (Erarbeitung Projektmodell (Bauherr, Finanzier, Betreiber); Entwicklung von Ticket- und Fahrpreismodellen für kombinierte öffentliche Verkehr- und touristische Nutzung; Sensitivitätsanalysen)

 

20.   SWOT-Analyse (inkl. Stakeholderanalyse, Profiteure, Gegner, etc.)

 

21.   Fazit und Empfehlung

 

Die zu erwartenden Kosten für die Machbarkeitsstudie unter Berücksichtigung der vorhanden Grundlagen aus der Voruntersuchen liegen bei unter 100.000,00 Euro.

 

 

Bürgerbeteiligung/Bürgerinformation

 

Bei einem Projekt dieser Größenordnung und Wirkung auf die Stadt ist es geboten, die Bürger in den Planungsprozess einzubeziehen. Deshalb wird vorgeschlagen parallel zur Machbarkeitsstudie auf Basis der Voruntersuchung eine Bürgerbeteiligung durchzuführen. Die Durchführung erfolgt durch einen Dienstleister für Bürgerbeteiligungen. Der Dienstleister für die Machbarkeitsstudie ist bei dem Bürgerbeteiligungsprozess beratend tätig.

Die Kosten für eine solche Bürgerbeteiligung belaufen sich auf ca. 15.000 – 20.000 Euro.

 

 

 

 

 

Bernhard Ilg

Oberbürgermeister