Zwischenbericht zum Stand der Erstellung eines Konzeptes für mögliche Treffpunkte von Jugendlichen im Rahmen eines Jugendbeteiligungsverfahrens

Betreff
Zwischenbericht zum Stand der Erstellung eines Konzeptes für mögliche Treffpunkte von Jugendlichen im Rahmen eines Jugendbeteiligungsverfahrens
Vorlage
GR 082 / 2022
Aktenzeichen
453.23
Art
Drucksache GR

Das Gremium nimmt Kenntnis. 

 

 

Im Zuge der Haushaltsreden für das Jahr 2022 hat der Gemeinderat die Verwaltung mit der Erstellung eines Konzeptes für mögliche Treffpunkte von Jugendlichen im Rahmen eines Jugendbeteiligungsverfahrens beauftragt. Zusätzlich wurde die Verwaltung beauftragt, den Bedarf und die Ausstattung für einen Outdoor-Jugendspielplatz in Schnaitheim zu prüfen und zusammen mit Jugendlichen des Stadtteils Reutenen den Bedarf an Ergänzung und Erneuerung der Skatemodule beim Jugendtreff Schwende zu erheben.

 

Das Jugendreferat hat mit der Umsetzung dieser Aufträge bereits Anfang dieses Jahr begonnen. Statt auf herkömmliche Weise Fragebögen auszuteilen und zu Jugendhearings einzuladen, können Kinder und Jugendliche mit jenen Medien Ideen formulieren und damit Anregungen für Veränderungen schaffen, die sie selbst nutzen. Das Jugendreferat nutzt hierfür ein Computerspiel, in dem Kinder und Jugendliche in der virtuellen Welt selbstständig und pädagogisch begleitet planen, bauen und basteln können. Die Ergebnisse sollen schließlich Anregungen für Veränderungen in der realen Welt liefern.

 

Das Projekt läuft unter dem Hashtag hackthehood-hdh und richtet sich an alle im Alter von 6 bis 18 Jahren. Das Computerspiel, in dem alles passiert, heißt Minetest, ist angelehnt an Minecraft und als Open-Source-Programm kostenlos verfügbar. Das Projekt wird ferner begleitet von der Computerspielschule Heidenheim – konzipiert von der Stadtbibliothek Heidenheim und dem Kreismedienzentrum – und wissenschaftlich unterstützt durch die Pädagogischen Hochschule (PH) Schwäbisch Gmünd. 

 

In einer ersten Bauphase im Juni und Juli 2022 sollen so erste Plätze, Gebäude oder Points of Interest nachgebaut werden. Dort kann jeder, ob alleine oder in der Gruppe, das virtuelle Heidenheim mitgestalten. Einmal wöchentlich gibt es digitale Workshops mit Studierenden der PH Schwäbisch Gmünd. Darin können Fragen geklärt oder neue Bauprojekte mit einer größeren Gruppe umgesetzt werden. 

 

Die Teilnahme ist zu jeder Zeit und kostenlos während der achtwöchigen Bauphase möglich. Die Anmeldung dazu erfolgt über www.heidenheim.de/hackthehood . Die Teilnahme ohne eigenes Endgerät ist in den Jugendhäusern oder der Computerschule gewährleistet. Der offizielle Start der Jugendbeteiligung #hackthehood-hdh fand am Mittwoch, 1. Juni mit einem Kickoff um 16 Uhr virtuell statt.

 

Im Herbst soll #hackthehood-hdh dann in die zweite Phase übergehen: Dann geht es um konkrete Wünsche der Jugendlichen, wie Heidenheim noch attraktiver für junge Menschen gestaltet werden kann.

 

Das Angebot wird über Schulclouds und Messengerdienste an den Schulen, über die Social Media Kanäle der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie über persönliche Gespräche der Mobilen Jugendarbeit bei der Zielgruppe beworben.

 

Bisher gab es dieses Tool nur in Verbindung mit einzelnen Plätzen (etwa das Außengelände des Jugendtreffs Berlin) oder einen Nachbau der Stadt Pforzheim. Die Verbindung mit der politischen Jugendbeteiligung ist somit neu und wird von der verantwortlichen Prof. Stefanie Nickel als höchst interessant eingeschätzt.

 

Wichtig für eine gelingende und nachhaltige Umsetzung des Projekts ist Glaubwürdigkeit bei den jungen Menschen zu schaffen, indem an einigen Standorten Veränderungen für Jugendliche sichtbar und erfahrbar gemacht werden. Deshalb erheben das Jugendreferat und der Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Städtebauliche Planung und Umwelt derzeit den finanziellen Bedarf für einzelne Hotspots, um bereits für den Haushalt 2023 einen bestimmten Ansatz einplanen zu können.

 

 

 

Das Jugendreferat der Stadt Heidenheim erhofft sich über die eingebrachte Kreativität und den Einsatz der Heranwachsenden eine noch stärkere Identifikation mit der Stadt Heidenheim.

Mit diesem Projekt soll Heidenheim für Jugendliche noch attraktiver werden und Jugendbeteiligung auf neue und innovative Weise umgesetzt werden.

 

Die Ergebnisse sollen Anregungen für Veränderungen gemäß den oben benannten Aufträgen des Gemeinderats liefern. Die Auswertung wird nach Abschluss der zweiten Bauphase ab November 2022 erfolgen. Im Frühjahr 2023 wird das Jugendreferat dem Gremium die Ergebnisse und Vorschläge präsentieren.

 

 

 

 

 

Michael Salomo

Oberbürgermeister