Jugendbeteiligung über Internet und soziale Medien

Betreff
Jugendbeteiligung über Internet und soziale Medien
Vorlage
VFA 016 / 2017
Art
Drucksache VFA

Der Verwaltungs- und Finanzausschuss nimmt den Bericht zur Kenntnis. 

Im März 2016 hat der Gemeinderat verschiedene Beteiligungsformen für Kinder- und Jugendliche in Heidenheim beschlossen (GR 022 / 2016). Anlass war die Änderung von § 41 a der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg, welcher die Beteiligung von Jugendlichen erstmals als verpflichtende „Muss-Regelung“ darstellt.

 

Die beschlossenen Beteiligungsformen werden seither von der Stadtverwaltung umgesetzt. So fanden beispielsweise zwei Jugendforen sowie mehrere Jugendhearings statt.

 

Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Beteiligung von Jugendlichen über das Internet bzw. über soziale Medien gelegt. Im Juli 2017 wurde von einer Verwaltungspraktikantin im Rahmen ihrer Bachelorarbeit eine Umfrage auf Facebook zu Jugendbeteiligung und sozialen Netzwerken durchgeführt. Folgende weitere Bausteine im Bereich der sozialen Medien setzt das Jugendreferat um:

 

-         Kommunikation über Facebook: Die bisherigen vier Facebook-Seiten wurden zu einer Seite zusammengeführt und in „Jugend Kultur Heidenheim“ umbenannt. Über diese Seite kann Werbung für Veranstaltungen gemacht werden und mit den Jugendlichen über verschiedene Themen kommuniziert werden. Darüber hinaus werden Umfragen zu spezifischen Themen durchgeführt und so Meinungsbilder der Jugendlichen zu einzelnen Themen eingeholt (siehe oben). Zukünftig sollen Anzeigen geschaltet werden, um den Wirkungsradius zu erhöhen und auch neue „Likes“ zu bekommen. Dies kann zur Bewerbung von Veranstaltungen dienen, aber auch um politische Themen zu veröffentlichen und Umfragen durchzuführen.

 

-         Internetseite der Stadt Heidenheim: In einer eigenen Rubrik „Jugendbeteiligung“ können sich Jugendliche über ihre Möglichkeiten im Bereich Jugendbeteiligung informieren. Dort ist auch ein Link aufgenommen, über den man direkt zu aktuellen Informationen über die Gremien der Stadt Heidenheim und deren Sitzungen und Themen gelangt.

 

-         Kommunikation zwischen Mitarbeitern der Jugendhäuser und der Mobilen Jugendarbeit mit Jugendlichen über „WhatsApp-Gruppen“. Insbesondere im Rahmen von Projekten wurden hierbei positive Erfahrungen gemacht.

 

-         Aufgreifen von Ideen über die Jugendplattform „Brenznation“

 

-         Beteiligungs-App „Your Voice“: Aktuell wird die Anschaffung dieser App geprüft. Über diese App könnte die Stadtverwaltung Jugendlichen gezielte Informationen (z. B. zu kommunalpolitischen jugendrelevanten Themen) zukommen lassen und Umfragen durchführen. Im Gegensatz zu Facebook könnte eine andere bzw. sogar größere Zielgruppe erreicht werden.

 

Es zeigt sich, dass soziale Medien im Bereich der Jugendarbeit unerlässlich sind, da Jugendliche über diese Netzwerke erreicht werden. Allerdings ist es nach wie vor schwierig, bei Jugendlichen Interesse an der Kommunalpolitik zu wecken und in Entscheidungsprozesse einzubinden sowie ihre Mitarbeit anzuregen. Am besten funktioniert Jugendbeteiligung bei eigen gewählten Themen der Jugendlichen, die zeitlich begrenzt sind und einen unmittelbaren Bezug zu deren Lebenswelt haben. Außerdem hat sich gezeigt, dass Aktionen, die durch persönliche Kontakte (z. B. Jugendforum) oder über Anfragen von Jugendlichen über soziale Medien entstanden sind, am besten umgesetzt werden konnten. Voraussetzung dabei ist jedoch immer das eigene Interesse und der direkte Bezug der jungen Menschen zu einem bestimmten Thema.

Rainer Domberg

Bürgermeister